SICHT_FELDER


Bring mich zum SICHT_FELD in meiner Nähe


Kunst im öffentlichen Raum für sehbehinderte Menschen - Übersetzung von Aussichten in künstlerische Reliefs

Die Idee hinter dem Projekt

Ein Großteil der Bildenden Kunst lässt sich ausschließlich oder vorwiegend „sehend“ rezipieren. Auch wenn es seitens großer Ausstellungshäuser inzwischen Möglichkeiten für Blinde gibt, Kunst kennenzulernen, ist die Kunst selbst - aber auch ihr Umgang damit („bitte nicht berühren“) - eine Erschwernis bis hin zum Ausschluss an der Teilhabe Nichtsehender. Dieser Gedanke war Ausgangspunkt für Brailleprägungen, mit denen ich mich bisher in verschiedenen Arbeiten auseinandergesetzt habe und bei denen als weiterentwickelte Schriftzeichnungen Texte zu Prägedrucken wurden.

Don’t touch Sophie Scholl, 2021

Don‘t touch … Sophie Scholl, 2020 (Auf dem Bild sieht man angeschrägt ein Blatt Büttenpapier liegen, auf dem unregelmäßig verteilt Braille-Schriftpunkte eingeprägt zu erkennen sind. Diese Punkte ergeben bei genauerer Betrachtung ein abstrakt gestaltetes menschliches Portrait. Dieses ist einem weltweit bekannten alten Foto von Sophie Scholl nachempfunden.)

In meinem Projekt SICHT_FELDER möchte ich dem Potential dieser Vermittlung als Kunstform nachgehen, indem ich mich speziell mit „Aussichten“ beschäftige. Denn auch eigens für „schöne Ausblicke“ geschaffene öffentliche Aussichtspunkte schließen den Nichtsehenden zur Teilnahme an einer für Sehende selbstverständlichen kollektiven Bildwahrnehmung ungewollt aus. Und da auch Kunst im öffentlichen Raum zumeist auf den Sehsinn gerichtet ist, liegt ein Reiz in der Betrachtung dieser Schnittstelle. Das Ziel dabei ist die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Relevanz für sehbehinderte Menschen. Es soll primär darum gehen, die Kunst sowie ihre Möglichkeiten auszuloten, zu öffnen und sehbehinderte Menschen als zusätzliche Rezipienten im öffentlichen Raum anzusprechen.

Das heißt konkret

Im Rahmen des Projektes werde ich „Aussichten“ suchen, in künstlerische Reliefs übersetzen und möglichst an den jeweiligen Aussichtpunkten aufstellen, um somit auch sehbehinderten Menschen diese „SICHT_FELDER“ anzubieten. Die Übersetzung und Sichtbarmachung erfolgt im doppelten Sinne in Form eines Reliefs auf der einen Seite aber auch als künstlerischer Ausdruck auf der anderen Seite, indem von mir auf den Ort bezogene Schlagworte auf poetische Weise in das Motiv integriert werden. Das Wasser als verbindendes Element aller SICHT_FELDER wird in Brailleschrift ausgearbeitet und die Umgebung wie Bauten, Schiffe, Bäume und so weiter als grafisches Relief ausgestaltet. Das Abbild der echten Aussicht in Gänze steht dabei im Vordergrund. Die spezifische künstlerische Ausgestaltung ist Teil des Prozesses des Projektes.

Die sich daraus ergebenen SICHT_FELDER sollen beispielgebend für Kunst im öffentlichen Raum für sehbehinderte Menschen werden.

SICHT_FELDER Karte

SICHT_FELD_01

Olympiazentrum
Kiel

SICHT_FELD_02

Martensdamm _ Emil-Lueken-Brücke / Kleiner Kiel
Kiel

SICHT_FELD_03

Schönberger Straße / Schwentinemündung
Kiel

SICHT_FELD_04

Aussichtsplattform Schleuse Wik
Kiel

SICHT_FELD_05

Kielline / Geomarwiese
Kiel

SICHT_FELD_06

Schifffahrtsmuseum
Kiel

SICHT_FELD_07

Kleine Wallstraße
Lübeck

SICHT_FELD_08

Mühlenteich
Lübeck

SICHT_FELD_09

Altonaer Balkon
Hamburg

SICHT_FELD_10

St. Pauli Fischmarkt / Madonna der Seefahrt
Hamburg