Konzeptkunst

461 2014

Kunststoffbälle beschriftet,

Text: Robert Löhr, Krieg der Sänger, 2012

 

Der Begriff Romantik definiert zunächst einmal eine kulturgeschichtliche Epoche, deren Themen unter anderem Gefühl, Leidenschaft, Individualität und Seele sind und die sich damit gegen das damalige Monopol der vernunftgerichteten Philosophie der Aufklärung richtet. Sie steht damit der Rationalität und dem Optimismus gegenüber, um sich in Melancholie und phantastische, geheimnisvolle und unwirkliche Welten zu fliehen. Im Vordergrund steht also das Nichtrationale wie Empfindungen, Sehnsucht und Mysterien. Auch heute noch steht das Wort Romantik für einen sentimentalen Zustand von Gefühlsüberfluss und immer in Verbindung mit dem Begriff der Sehnsucht. Textgrundlage für die Arbeit ist daher nicht zuletzt wegen des Brückenschlags ins Hier und Jetzt die neuzeitlich von Robert Löhr entworfene Version des Sängerkriegs auf der Wartburg, in der sich Tradition und neuzeitliche Erzählung vermischen. Der Textfragmente des neueren Buchs wurden mittels Schablone auf farbige Kunststoffbälle übertragen. Jeder Ball ist also einzeln beschriftet und folglich ein Unikat. Die Bälle sollen in einem bestimmten Bereich der Ausstellung „frei gelassen werden.“ Ausdrücklich erwähnt sei: Erfahrungen, die bereits bei drei verschiedenen Ausstellungen gemacht wurden, zeigen, dass durch die Leichtigkeit des Materials keine Unfallgefahr besteht. Die Besucher agieren mit den Bällen; lesen sie, spielen damit, tragen sie umher. Während die Bälle also durch die Ausstellung wandern und den Geist der Romantik auf spielerische Weise verbreiten, werden durch das Herauslösen einzelner Sätze aus dem Text, die man auf immer neue Weise in Verbindung mit anderen Bällen bringt, ständig neue Sinnzusammenhänge und Assoziationen geschaffen.

 

Das Ende der Kunst 2008

"Für „Das Ende der Kunst“ zerschnitt Ute Diez Arthur Dantos provokanten Aufsatz „Das Ende der Kunst“,

zerheckselte die Schnipsel mit dem Pürierstab, gab Wasser bei und schöpfte aus dem so entstandenen Faserbrei ein neues Blatt Papier, welches ausgestellt an der Wand wieder als „Ende der Kunst“ deklariert wurde: Was ist das Papier wert, das sich inhaltlich vom ungeheuerlichen Ende der Kunst nährt?

Geradezu mickrig nimmt es sich an der Wand aus – Totgesagte leben länger:

für die Kunst galt und gilt das allemal. Bis heute." Arne Rautenberg

FREISCHAFENDEKÜNSTLERIN

 

Copyright © All Rights Reserved by Ute Diez.

Ute

Diez